EVO

Veröffentlichungsdatum

3. Februar 2026

Unternehmen

Durch die Gründung der E-VO eMobility (EVO) im April 2020 haben sieben österreichische Energieversorger ihre Kräfte gebündelt. Die EVO ist ein Backend-Anbieter für E-Mobilitätslösungen, d. h. sie entwickelt IT-Serviceleistungen für E-Mobilitätsinfrastrukturen. Dadurch bringt sie wichtiges IT-Know-how in das Projekt ein. Das Leistungsportfolio der E-VO deckt vom Betrieb, der Verwaltung bis zur eichrechtskonformen Abrechnung von Ladeinfrastruktur und Ladevorgängen sämtliche Teilbereiche zur IT-Realisierung von E-Mobilitätsvorhaben ab. Als Schnittstelle zwischen Ladeinfrastruktur und Flotte unterstützt die E-VO mit ihren IT-Services das Lade- und Lastmanagementsystem unter anderem von öffentlichen Verkehrsbetrieben.

Im Projekt FreeE-Bus hat die E-VO vorwiegend Folgendes beigetragen:

  • Recherche im Bereich Entwicklung und Standards von Kommunikationsprotokollen zwischen E-Bussen, Ladesäulen und Dispositionssystemen
  • Know-how bei Normen und Standards
  • Entwicklung von Software-Schnittstellen zwischen E-Bussen, Ladesäulen, Backendsystem und Optimierung
  • Unterstützung bei prototypischen Tests
  • Mitarbeit bei der Konzeptionierung des Gesamtmodells und seiner Optimierung

Praxisbericht zum IT-Backend

TODO: KR: check Text und Bilderlinks

Wie kann Lastmanagement über das Backend funktionieren?

Aus Live- und statischen Daten der Ladestationen und aus Fahrplaninformationen wird über einen Algorithmus für jedes Fahrzeug ein Ladeplan erstellt, d. h. ein zeitlicher Verlauf der maximal erlaubten Ladeleistung. Dieser Ladeplan wird dann über eine Schnittstelle an das Backend übertragen, das daraus ein Lastprofil errechnet und über eine weitere Schnittstelle an die Ladestation übermittelt. Das Fahrzeug bekommt so zu jedem Zeitpunkt die maximal erlaubte Ladeleistung vorgegeben, siehe Abbildung 1.

Abbildung 1: Ladeplan

Zur Erstellung eines Ladeplans (die maximal erlaubte Ladeleistung über Zeit) benötigt das Lastmanagementsystem statische Daten der Ladestation wie die maximal mögliche Ladeleistung, dynamische Daten wie die aktuell vom Fahrzeug bezogene Leistung als auch dynamische Daten anderer am selben Standort befindlicher Ladestationen. Die für eine eventuelle Vorkonditionierung des Fahrzeugs erforderliche Leistung findet dabei ebenfalls Berücksichtigung.

Welche technischen Rahmenbedingungen gibt es? Welche Standards (OCPP etc.) und Normen sind zu berücksichtigen?

Die Übertragung der Lastprofile vom Backend an die Ladestation sowie die Übertragung von Messwerten von der Ladestation ans Backend erfolgt aktuell über OCPP 1.6. Das Backend übermittelt die Messwerte über einen MQTT-Broker an das Lastmanagementsystem, welches den errechneten Ladeplan über eine Schnittstelle an das e-vo Backend übermittelt, siehe Abbildung 2.

Abbildung 2: Kommunikationsstruktur

Welche Herausforderungen sind (noch) zu meistern?

Die Umsetzung von Ladeinfrastrukturlösungen im ÖPNV ist durch eine hohe systemische Komplexität geprägt. Diese resultiert insbesondere aus der Vielzahl relevanter Standards, deren unterschiedliche Herausgeber (z. B. ISO, VDV sowie de-facto-Standards) sowie aus teils divergierenden Zielsetzungen und fachlichen Sichtweisen der jeweiligen Verfasser.

Entsprechend aufwendig gestaltet sich die Validierung und das Testen der Implementierungen. Für realistische Tests sind sowohl Fahrzeuge mit entladenem Akku als auch die vollständige Ladeinfrastruktur erforderlich.

Darüber hinaus sind zahlreiche Akteure in den Prozess eingebunden, darunter Backend-Betreiber, CPOs (Charge Point Operator), Verkehrsverbünde, Verkehrsunternehmen sowie Fahrzeughersteller, was die Koordination und Fehleranalyse zusätzlich erschwert.