VVV
Unternehmen
Der Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) vereinigt sämtliche im Bereich des ÖPNV tätige Unternehmen in Vorarlberg und hat dadurch wichtige Erfahrungen, Daten sowie Kontakte zu den Busbetreibern. Der VVV hat im Projekt unter anderem Informationen über die vorhandenen und geplanten E-Umlaufpläne und die Ladeinfrastruktur an den unterschiedlichen Depots geliefert. Die Erfahrungen des VVV waren zudem wichtig, um die Projektergebnisse zu interpretieren und in einen praktischen Kontext zu stellen.
Im Projekt FreeE-Bus hat der VVV vorwiegend Folgendes beigetragen:
- Zugang für vor-Ort-Messungen
- Kontakt zu den Busbetreibern
- Fahrpläne inkl. Umlauflänge, Umlaufzeit, Wartezeit, Streckensteigungsprofile
- Bereitstellung von historischen Zeitreihen
- Unterstützung bei der prototypischen Tests vor Ort
Praxisbericht zum Ausbau der E-Busflotte
Ausbau der E-Busflotte und der Ladeinfrastruktur im Verbundgebiet Vorarlbergs
Der VVV treibt den Ausbau der E-Busflotte im gesamten Vorarlberger Verbundraum konsequent voran. Neben gesetzlichen Vorgaben, denen wir mit diesem Schritt nachkommen, ist die Dekarbonisierung des Verkehrs eine zentrale Stellschraube des Landes Vorarlberg, um den eigenen Emissionszielen näherzukommen.
In enger Zusammenarbeit mit den regionalen Verkehrsunternehmen als Busflottenbetreiber und der illwerke vkw als Ladeinfrastrukturpartnerin konnte die E-Busflotte von 4 Fahrzeugen im Jahr 2020 auf 125 Fahrzeuge im Jahr 2025 erweitert werden. Bis Mai 2026 sollen 141 E-Busse in Betrieb stehen. Siehe Link.
Bis zum Jahr 2030 sind weitere 69 E-Busse vorgesehen, die jedoch noch von einem positiven EBIN-Förderantrag abhängen. Sollte dieser bewilligt werden, wird die Vorarlberger E-Busflotte in den kommenden fünf Jahren auf 210 Fahrzeuge anwachsen und damit über 50 % aller im Vorarlberger Linienverkehr eingesetzten Busse ausmachen.
Im Bereich der Ladeinfrastruktur wurden die wesentlichen Schritte bereits umgesetzt. In den Busdepots wurde nicht nur die Infrastruktur für die aktuell eingesetzten Fahrzeuge errichtet, sondern bereits eine Vorplanung vorgenommen, die einen weiteren Ausbau ohne größere Kosten- oder Arbeitsaufwände ermöglicht. Damit ist die Grundlage geschaffen, die E-Busflotte kontinuierlich zu erweitern.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Einführung einer derart großen Anzahl von E-Bussen erforderte eine hohe Expertisendichte innerhalb des Projekts. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, die Expertise bei den jeweiligen Fachbereichen zu belassen: Die Verkehrsunternehmen kümmern sich um die Fahrzeugbeschaffung, die Ladeinfrastrukturpartnerin übernimmt Errichtung und Betrieb der Ladeinfrastruktur, und der VVV fungiert als Konsortialführerin und behält auf übergeordneter Ebene den Überblick über das Gesamtprojekt. Zudem konnten wir auf umfassende Erfahrungen aus dem Pilotprojekt von Postbus aus dem Jahr 2020 zurückgreifen. Siehe Link.
Eine weitere Herausforderung stellt weiterhin die Finanzierbarkeit von E-Bussen und der dazugehörigen Infrastruktur dar. Während sich bei der Ladeinfrastruktur in den vergangenen fünf Jahren deutliche Kostenreduktionen gezeigt haben, liegt der Anschaffungspreis eines E-Busses nach wie vor etwa beim Doppelten eines Dieselbusses. Fördermittel bleiben daher für die Beschaffung unabdingbar.
Auch technologisch wurden im Zuge der Einführung Herausforderungen sichtbar. Glücklicherweise bestehen im laufenden Betrieb weder wesentliche Mehraufwände noch geringere Zuverlässigkeit im Vergleich zu Dieselbussen. Allerdings erwies sich insbesondere die Harmonisierung zwischen Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur – etwa im Bereich des Lademanagements – als aufwändig. Hier zeigte sich, dass die theoretische Umsetzung zwar für alle Beteiligten klar war, die praktische Implementierung jedoch verdeutlichte, dass es sich weiterhin um eine relativ neue Technologie handelt.
Nutzen von Analysen, Simulationen, Verbrauchsprognosen und Ladelastoptimierungen
Datenbasierte Analysen bilden die Grundlage des gesamten Projekts, denn nur so können effiziente und zugleich realistisch umsetzbare Einsatzszenarien im Vorfeld geprüft werden. Für die Simulationen sind insbesondere Reichweiten- und Verbrauchsdaten, Wagenumläufe, Pausen- bzw. Lademöglichkeiten sowie teilweise die Topografie relevant.
Fahrzeugbeschaffungen und die zugehörige Ladeinfrastruktur wurden auf Basis dieser Machbarkeitsstudien geplant und umgesetzt. Im operativen Betrieb ermöglichen diese Analysen und Prognosen einen optimalen, energie- und kosteneffizienten Fahrzeugeinsatz und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung. Die Einsparungspotenziale beim Einsatz von Lade- und Lastmanagementsystemen sind erheblich.
Nächste Ziele des VVV für einen effizienten Ausbau und Betrieb der E-Busflotte
Der VVV verfolgt grundsätzlich das Ziel, den Anteil emissionsfreier Busse im Linienbetrieb weiter zu erhöhen. Wie oben beschrieben, soll die E-Busflotte in Vorarlberg bis 2030 auf 210 Fahrzeuge anwachsen. Je nach zukünftiger Markt- und Fördermittelsituation soll der Anteil an E-Bussen auch über das Jahr 2030 hinaus weiter steigen – bis zumindest das vom Land Vorarlberg vorgegebene Ziel einer 90%-igen Reduktion der lokal verursachten Emissionen im ÖPNV erreicht ist.